Kletterei-ABC

Als Einsteiger haben Sie sicher schon einmal etwas vom Kletterseil gehört. Wissen Sie aber zum Beispiel, was ein Aufleger ist? Folgendes Kletter-ABC soll Ihnen dabei helfen, die wichtigsten Fachbegriffe aus dem Bereich des Klettersports zu verstehen.

Achterknoten

Der sogenannte Achterknoten ist der am häufigsten genutzte Knoten zur Sicherung beim freien Klettern. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass er wie die Zahl Acht aussieht.

 

Anseilknoten

Anseilknoten ist ein Sammelbegriff für alle Arten von Knoten, die sich besonders gut zum Anseilen eignen.

 

Aufgestellte Finger, aufgestelltes Halten

Unter aufgestellte Finger oder aufgestelltes Halten versteht man eine bestimmte Fingerstellung bei dem Halten von Griffen. Diese Fingerstellung zeichnet sich durch stark gebeugte Finger aus, wobei der Daumen durch seinen Druck den Zeigefinger unterstützen kann.

 

Aufleger (Sloper)

Der Aufleger, auch unter dem Begriff Sloper bekannt, ist ein runder, teilweise abschüssiger und größerer Griff.

 

Ausbouldern

Mit dem Begriff Ausbouldern ist gemeint, dass der Kletterer die bestmöglichen Bewegungsfolgen einer Kletterroute herausfindet.

 

Ausstieg

Als Ausstieg bezeichnet man den Übergang vom Kletterfels zu einem beliebigen anderen Gelände am Ende einer Kletterroute.

 

Baseclimb

Als Baseclimb bezeichnet man eine kurze Kletterroute, die sich meist am Beginn einer hohen Felswand befindet.

 

Bereit!

Dieser Begriff sollte klar sein: Beide Kletterpartner signalisieren, dass sie bereit zum Start einer Route sind. Bereit! ist eines der wichtigsten Seilkommandos.

Beta

Alle Vorinformationen, die man zu einer Kletterroute sammelt, werden als Beta bezeichnet.

 

Blockier-Arm (Haltearm)

Greift man zu einem Griff beim Weiterklettern nicht mit ausgestrecktem, sondern mit angewinkeltem Arm, bezeichnet man das als Blockier- oder Haltearm.

 

Boulder

Als Boulder wird die Kletterroute beim bouldern bezeichnet.

 

Bouldermatte (Crashpad)

Beim Bouldern gibt es eine Absprungmatte. Sie sorgt beim Bouldern für eine weiche und sichere Landung und wird in der Fachsprache nicht nur als Bouldermatte, sondern vielfach auch als Crashpad bezeichnet.

 

Bremshand

Die Bremshand ist die Hand des Sichernden, die jeweils das Bremsseil fässt.

 

Bremsseil

Als Bremsseil bezeichnet man den Teil des Kletterseils, der vom Sicherungsgerät zum Sichernden führt. Das Bremsseil dient also dazu, den Kletternden zu halten und gegebenenfalls abzubremsen.

 

Chalk

Chalk ist das englische Wort für Kreide. Im Klettersport verhindert Kreide an den Händen, dass man zu sehr schwitzt und minimiert so die Gefahr des Abrutschens. Kreide ist sowohl als Pulver, in Ballform als auch in der flüssigen Variante erhältlich.

 

Chalkbag

Die Chalkbag ist einfach nur die Tasche, in welcher die Kreide für Kletterer aufbewahrt wird.

 

Crux

Als Crux wird die sogenannte Schlüsselstelle, also die schwerste Stelle einer Kletterroute bezeichnet.

 

Dyno

Der Dyno ist vielen Kletterern auch unter dem Begriff Dynamo bekannt. Es handelt sich um eine bestimmte Technik beim Klettern, um einen weiter entfernten Griff mit einer Hand zu erreichen. Es gibt auch den Double-Dyno: Das ist dann ein Sprung, bei welchem man mit beiden Händen gleichzeitig einen Griff anspringt.

 

Eindrehen

Um Kräfte zu sparen beziehungsweise die Zugkraft auf Arme und Finger zu minimieren, wenden Kletterer die Technik des Eindrehens an. Bei dieser dreht der Kletterer seine Hüfte an die Wand oder den Fels. Diese Art der Klettertechnik bezeichnet man auch als Frontaltechnik.

 

Fontainebleauskala (Fb)

Diese Skala dient der Bewertung der Schwierigkeit einer Kletter- oder Boulderroute. Um diese besser zu erkennen, haben Routen unterschiedlicher Schwierigkeiten meist unterschiedliche Farben.

 

Fingerloch

Einen Griff, in den maximal ein bis zwei Finger passen, bezeichnet man als Fingerloch.

 

Fixieren

Hält ein Kletterer einen Griff unter Belastung fest, spricht man vom Fixieren.

 

Flash

Wird eine neue Route erstmals ohne weitere Versuche bestiegen, handelt es sich um einen Flash.

 

Fußwechsel

Sobald man von einem Fuß auf den anderen wechselt, spricht man im Klettersport von einem Fußwechsel. Dieser Wechsel kann sowohl durch einen Sprung als auch durch langsames Umsetzen erfolgen.

 

Greifarm/-hand

Der Greifarm oder die Greifhand sind jeweils der Arm oder die Hand, die jeweils weitergreifen kann, weil sie gerade nicht an einem Griff hängt.

 

Griff

Der Griff an einem Felsen oder der Kletterwand wird mit der Hand oder auch mitd en Fingern gegriffen.

 

Grip

Wie griffig Tritte oder Griffe sind, wird mit der Bezeichnung Grip ausgedrückt. Gleichzeitig kann es aber auch die Bezeichnung für die Reibung der Hand oder des Schuhs sein.

 

Hook

Beim Hook handelt es sich um eine spezielle Klettertechnik. Man klemmt sich mit einem bestimmten Körperteil ein. Unterschieden werden der Heelhook, bei dem der Körper durch Einklemmen der Hacke oder Ferse gehalten wird und der Toehook, bei dem man lediglich seine Zehen unter den Griff klemmt. Diese Klettertechnik wird häufig bei Überhängen eingesetzt.

 

Henkel

Der Henkel ist ein Griff, den man besonders einfach greifen und bequem mit allen fünf Fingern umschließen kann.

 

IFSC

IFSC ist die offizielle Abkürzung für International Federation of Sport Climbing, dem Internationalen Dachverband für das Wettkampfklettern.

 

Karabiner

Unter Karabiner versteht man alle Formen der Karabiner. Die bekanntesten sind der Materialkarabiner zum Befestigen von Chalk-Bags an der Materialschlaufe des Klettergurtes und der Sicherungskarabiner.

 

Klettergurt

Der Klettergurt dient der Sicherung des Seils beim Klettern und kann sowohl von der sichernden Person als auch vom Kletterer selbst genutzt werden. Es handelt sich um einen ausziehbaren Gurt.

 

Kletterschein

Der Kletterschein dient als Nachweis zum Klettern und Sichern in Kletterhallen.

 

Kletterschuh

Kletterschuhe sind spezielle Schuhe, die zum Klettern und Bouldern getragen werden. Sie sind in der Regel recht eng und verfügen über eine Verstärkung im Zeh- und Fersenbereich.

 

Kletterseil

Das Kletterseil ist das Seil, mit dem der Kletternde gegen Abstürze gesichert ist.

 

Lastseil

Als Lastseil wird ein Abschnitt des Sicherungsseils bezeichnet, der vom Kletterer zum Sichernden verläuft (im Gegensatz zum Bremsseil).

 

Mantle

Mantle ist eine spezielle Technik im Klettersport, bei der der Kletterer sich auf einen Griff nach oben durchstützt.

 

Offene Tür

Die sogenannte Offene Tür ist ein technisches Problem für viele Kletterer. Aufgrund der Schwerkraft kann es beim Klettern passieren, dass sich der Kletterer wie eine Tür aus der Wand dreht (daher der Begriff Offene Tür).

 

Partnercheck (4-Augen-Prinzip)

Vor dem Klettern sollten der Kletterer und der Sichernde gemeinsam die Knoten und das Seil am Sicherungsgerät überprüfen. In der Fachsprache bezeichnet man diesen Bestandteil des Sicherns als Partnercheck oder 4-Augen-Prinzip.

 

Problem

In der Klettersprache ist Problem ein anderes Wort für Boulder.

 

Quergang

Der Quergang ist ein Synonym für die Traverse, also das horizontale Routenstück beim Bouldern.

 

Riss

Der Riss ist nichts anderes als eine Spalte im Fels. Auch in Kletterhallen wird diese mittlerweile recht häufig nachgeahmt.

 

Routenlesen

Sowohl beim Klettern als auch beim Bouldern sollte der Kletterer sich vorher die Route genau ansehen und seine möglichen Tritt- und Griffkombinationen planen.

 

Routenschrauber

Als Routenschrauber werden alle Personen bezeichnet, die neue Probleme schrauben.

 

Ruhepunkt

Der Ruhepunkt ist der Punkt bei einer Route, an dem der Kletterer eine kurze Verschnaufpause hat und er sich ausruhen kann.

 

Runter!

Runter! ist ein weiterer Kletterbefehl. Er wird vom Kletterer ausgesprochen und soll dem Sichernden signalisieren, dass er abgelassen werden möchte.

 

Seilschaft

Als Seilschaft bezeichnet man den Kletterpartner an einem Seil.

 

Sicherungspartner

Der Sicherungspartner, ist der Partner, der unten steht und den Kletterer am Seil sichert.

 

Spotten

Das Spotten ist eine spezielle Technik des Sicherungspartners und dient dazu, den Kletterer bei einem Sturz sicher aufzufangen.

 

Standbein- bzw. Fuß

Das Standbein ist das Bein, was momentan belastet wird.

 

Tape

Als Tape bezeichnet man spezielle Klebebänder, welche Finger und Haut beim Klettern gleichzeitig schützen und unterstützen.

 

Topo

Die Skizze eine Kletterroute bezeichnet man als Topo.

 

Top-out

Hat ein Kletterer das Ziel, am oberen Gipfel auszusteigen, bezeichnet man diese Kletterroute als Top-out.

 

Top-Rope

Wird der Kletterer vom Sichernden am oberen Ende der Route mittels Seil gesichert, spricht man von Top-Rope.

 

Totpunkt-Klettern

Greift man in dem Moment der Ausholbewegung, wenn man schwerelos ist, bezeichnet man das als Totpunkt-Klettern.

 

Tritt

Der Tritt ist der Griff, der mit dem Fuß getreten wird.

 

Überhang

Ein Überhang kann ein Teil eines Felsens oder einer Kletterwand sein. Ist dieser Teil größer als 90 Grad oder hat er eine negative Steigung, trägt er den Namen Überhang.

 

Untergriff

Ein Griff, der nur mit Zugrichtung nach oben gehalten werden kann, wird als Untergriff bezeichnet.

 

Verschneidung

Unter einer Verschneidung versteht man zwei Felsspalten, die ineinander laufen.

 

Vorstiegs-Klettern

Das Vorstiegs-Klettern unterscheidet sich vom Top-Rope dadurch, dass der Kletterer das Seil vom Boden mitnimmt und in den Karabiner einhängt.

 

Zu!

Ruft der Kletterer seinem Sichernden diesen Begriff zu, möchte er, dass das Seil angezogen wird. Dann kann sich der Kletterer „Reinsetzen“. Meist folgt auf das Kommando Zu! das Kommando Ab! und der Kletterer möchte abgeseilt werden.